Das Schützenwesen ist eine dieser Traditionen, die man entweder mit Begeisterung lebt oder mit großen Augen bestaunt. Was einst als Verteidigungsmaßnahme von Stadt und Dorf begann, ist heute eine Mischung aus Sport, Geselligkeit und Brauchtumspflege - oder anders gesagt: eine wunderbare Ausrede, einmal im Jahr ordentlich zu feiern.
Ein Höhepunkt jedes Schützenjahres ist das große Schützenfest. Dabei verwandelt sich der beschauliche Schützenplatz in eine Festmeile, in der Blaskapellen spielen, Uniformierte mit Nichtuniformierten Mitgliedern marschieren und spätestens nach dem dritten Bier auch so mancher Skeptiker mitklatscht. Das Herzstück der Veranstaltung ist jedoch das Königsschießen. Hier entscheidet sich, wer das Glück - oder den Mut - hat, den letzten Treffer zu setzen. Der neue Schützenkönig genießt fortan Ruhm, Ehre, festliche Paraden und die anspruchsvolle Aufgabe Familie, Nachbarn und das Freibierbudget unter einem Hut zu bekommen.
Doch das Schützenwesen ist weit mehr als nur ein Fest mit Schuss. Es gibt zahlreiche Disziplinen im sportlichen Schießen, bei denen nicht nur Treffsicherheit, sondern auch Konzentration gefragt ist. Während manche Vereinsmitglieder ihre Fähigkeiten mit Luftgewehr oder Kleinkaliber perfektionieren, sind andere eher auf dem geselligen Teil spezialisiert - der Stammtisch erfordert schließlich auch Ausdauer und eine ruhige Hand.
Neben dem Sport und der Feierei spielt die Gemeinschaft eine zentrale Rolle. Vom Nachwuchsmitglied bis zum Ehrenmitglied finden alle ihrem Platz. Der Verein hält Traditionen lebendig, pflegt alte Bräuche und sorgt mit festlichen Umzügen dafür, dass auch der letzte Dorfbewohner merkt: Heute ist Schützenfest, da kommt man nicht drum herum!
Am Ende ist das Schützenwesen eine einzigartige Mischung auch Brauchtum, Sport und Geselligkeit. Es verbindet Generationen, sorgt für unvergessliche Erlebnisse und bringt jedes Jahr aufs Neue die wichtige Erkenntnis:
"Gut Schuss!" ist nicht nur eine Wunsch, sondern manchmal auch eine Lebensphilosophie.